Tests im industriellen Maßstab
Um den nächsten Schritt gehen zu können, wird bei Colubris in Winterswijk derzeit ein zusätzlicher Skid für Tests im industriellen Maßstab gebaut. Im September 2026 wird dieser nach Vietnam transportiert. Zwijsen: „Mit dieser Erweiterung können wir den Prozess über längere Zeiträume testen. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf der Membranstufe. Indem wir die Membranen über längere Zeit kontinuierlich betreiben, erhalten wir ein besseres Bild von ihrer Leistung unter Praxisbedingungen und von den Faktoren, die unter anderem Kapazität, Konzentration und Prozessstabilität beeinflussen.“
„Im November werde ich erneut nach Vietnam reisen, um die nächste Testphase zu begleiten. Die Ergebnisse sollen uns letztendlich dabei helfen, den Schritt von einem erfolgreichen Entwicklungsprojekt zu einem Prozess zu machen, der auch in größerem Maßstab zuverlässig eingesetzt werden kann.“
Testen, analysieren, verbessern
Dass während eines solchen Projekts Anpassungen an der Anlage erforderlich sind, ist keine Überraschung. Die Entwicklung einer neuen Anwendung erfordert kontinuierliches Testen, Analysieren und Verbessern.
Auch der vietnamesische Projektpartner sieht dies als festen Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Die erste Produktion von Proteinpulver hat das Vertrauen in die Technologie weiter gestärkt, und die Ambition ist klar: Die Entwicklung soll so schnell wie möglich fortgesetzt werden.
Diese enge Zusammenarbeit ist von großer Bedeutung. Schließlich wird der Prozess nicht nur technisch entwickelt, sondern muss letztendlich auch in eine bestehende Maniokfabrik integriert werden und zu den lokalen Produktionsbedingungen passen.
Ein neuer Produktstrom
Auch Projektpartner Stamex spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Unternehmen liefert weltweit Technologien und Produktionslinien für die Stärke verarbeitende Industrie und sieht Möglichkeiten, Kunden künftig dabei zu unterstützen, mehr Wert aus ihren Rohstoffen zu gewinnen.
Während bei der traditionellen Maniokverarbeitung vor allem die Stärkeproduktion im Mittelpunkt steht, kann die Rückgewinnung von Proteinen einen zusätzlichen Produktstrom schaffen. Dadurch wird ein vorhandener Rohstoff effizienter genutzt und gleichzeitig kann neuer wirtschaftlicher Wert entstehen.
Für Unternehmen wie Stamex bietet dies eine interessante Möglichkeit: nicht nur Anlagen zur Herstellung eines Hauptprodukts zu liefern, sondern Kunden auch dabei zu unterstützen, aus weiteren Strömen innerhalb ihres Produktionsprozesses Wert zu gewinnen.